Ich wurde mit dem Krankenwagen ins Krankenhaus gefahren. Ich war die Fahrt über unglaublich panisch. Als ich dann in der Notaufnahme in der kleinen Kabine lag, war ich komischerweise sehr ruhig. Alles was passierte schien einfach an mir vorbei zu gehen, als wäre ich gar nicht wirklich anwesend. Ich weiß nur noch, dass meine Mutter und mein Freund zwischenzeitlich da waren um mir meine Sachen zu bringen und dass ich zwei Stunden da rumlag.
Ich weiß, dass das ein unglaublich schreckliches Bild ist, aber so sah ich nunmal einen Tag nach der Diagnose aus...
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Die ersten zwei Tage im Krankenhaus verbrachte ich dann größtenteils mit schlafen und fernsehen, wenn ich nicht gerade Besuch hatte. Immer wieder kamen die Schwestern herein um meinen Blutzucker zu messen oder mir Insulin zu spritzen. So langsam verstand ich auch, welche Blutzuckerwerte gut und welche schlecht waren. Die Schwestern waren so nett und hatten eine Ärztin zu mir geschickt, die selber Diabetikerin ist, damit sie mir schon mal ein bisschen was erzählen konnte. Sie sprach von Broteinheiten, verschiedenen Pumpen und von Hypo- und Hyperglykämien. Kurz gesagt: ich hatte zu dem Zeitpunkt keine Ahnung, was sie mir da erzählte.
Am dritten Tag wurde ich dann morgens zur Diabetes-Schulung gebracht. Es fiel mir schwer mich auf all diese neuen Informationen zu konzentrieren, denn so ganz im grünen Bereich war mein Blutzucker noch nicht wieder und mein Körper hatte sich auch immer noch nicht von der starken Überzuckerung der letzten Zeit erholt.
Wir waren eine kleine Gruppe von sieben Leuten in der Schulung. Ich war die einzige mit Diabetes Typ 1 und auch definitiv die Jüngste, aber dennoch verstand ich mich sehr schnell mit allen. Es war teilweise sogar richtig lustig und die Schwester die die Schulung gemacht hat, war sehr lieb. Wir aßen alle zusammen Frühstück und Mittag und hatten einmal am Tag für 30 Minuten Gymnastik.
Ich lernte, was genau in meinem Körper passierte, oder auch was nicht passierte, erfuhr was diese Broteinheiten sind und wie ich sie berechnete um mir dann die richtige Menge an Insulin spritzen zu können.
Ich begann das alles zu verstehen und dennoch stellte ich mir selbst immer wieder die Frage: 'Wieso musste gerade ich Diabetes bekommen?'
Süßkram zu essen war immer eine meiner Leidenschaften und jetzt sollte ich mir vor jedem Bonbon auf einmal eine Spritze in den Bauch drücken? Na klasse!
Das Insulin zum Essen spritzte mir am ersten Tag noch die Schwester, jedoch musste ich nun zum allerersten mal alleine bei mir Blutzucker messen und ich werde nie vergessen, was ich für einen Schiss davor hatte, denn bei den Schwestern tat das immer sehr weh. Aber nun bekam ich meine eigene 'Ausrüstung' und damit glücklicherweise auch einen Piekser (Stechhilfe) der nicht so weh tat.
Ich lernte, was genau in meinem Körper passierte, oder auch was nicht passierte, erfuhr was diese Broteinheiten sind und wie ich sie berechnete um mir dann die richtige Menge an Insulin spritzen zu können.
Ich begann das alles zu verstehen und dennoch stellte ich mir selbst immer wieder die Frage: 'Wieso musste gerade ich Diabetes bekommen?'
Süßkram zu essen war immer eine meiner Leidenschaften und jetzt sollte ich mir vor jedem Bonbon auf einmal eine Spritze in den Bauch drücken? Na klasse!
Das Insulin zum Essen spritzte mir am ersten Tag noch die Schwester, jedoch musste ich nun zum allerersten mal alleine bei mir Blutzucker messen und ich werde nie vergessen, was ich für einen Schiss davor hatte, denn bei den Schwestern tat das immer sehr weh. Aber nun bekam ich meine eigene 'Ausrüstung' und damit glücklicherweise auch einen Piekser (Stechhilfe) der nicht so weh tat.
Nach dem ersten Schulungstag, der übrigens acht Stunden ging, meinte die Schwester zu mir, dass ich mir das Insulin am nächsten Tag das erste Mal selber spritzen solle. Da überkam mich dann doch wieder die Panik. Ich habe Nadeln schon immer gehasst! Und jetzt sollte ich mir diese Dinger wirklich tagtäglich selber in den Brauch drücken?! Ich hatte keine Ahnung, wie ich das machen sollte.
Zu meiner Verwunderung bekam ich das Spritzen am nächsten Tag ohne Probleme hin. Es wurde von Mal zu Mal leichter. Allgemein merkte ich von Tag zu Tag, wie es mir besser ging. Die ersten Tage im Krankenhaus hatte ich immer noch Schwierigkeiten beim Stehen und Gehen, aber das wurde immer besser, außerdem konnte ich wieder ohne Brille gucken, obwohl ich auf einmal in Richtung Weitsichtig ging. Das war aber normal, weil im Körper durch die hohen Zuckerwerte noch alles durcheinander war und sich erst alles wieder einpendeln musste.
So langsam fühlte ich mich wieder richtig gut, ich lernte immer mehr über meinen neuen Lebensbegleiter und wie ich mit ihm umzugehen hatte.
Das einzige Tief, dass ich in der Woche hatte, war am Donnerstag nach der Schulung wir hatten den ganze Tag über Folgeerkrankungen gesprochen. Das hat mich extrem fertig gemacht und mich das erste Mal nach der Diagnose so richtig in die Realität zurück geholt. Mir wurde zu dem Zeitpunkt erst bewusst, was in den vergangenen Tagen passiert ist und inwiefern sich mein Leben nun ändern würde. Ich hatte angst das alles nicht zu schaffen, ich wusste nicht wie ich außerhalb des Krankenhauses alleine mit dem Diabetes klar kommen sollte. Es schien alles so unglaublich schlimm. Ich telefonierte lange mit meinen Eltern, die mich dann so gut es am Telefon ging, aufgemuntert haben. Den Rest des Tages lag ich nur im Bett, schaute fern und schlief.
| Der Sonnenuntergang an dem Abend |
Am Freitag, den Tag meiner Entlassung, wachte ich mit richtig guter Laune auf. Ich hatte entschieden mich darüber zu freuen, dass ich endlich wieder nach Hause durfte.
Die Schulung dauerte an dem Tag eine gefühlte Ewigkeit! Als endlich Feierabend war, wartete mein Freund schon auf mich um mich abzuholen.
Das Wochenende war für mich eine große Herausforderung. Alles alleine machen, ohne das mir jemand über die Schulter guckt und mir sagt, ob das jetzt richtig ist. Aber gut, da musste ich durch. Immerhin konnte ich mir alle Fragen, die am Wochenende noch so aufkamen aufschreiben und diese am Montag dem letzten Schulungstag noch stellen.
Wir nutzten das Wochenende aus und probierten verschiedene Situationen aus, in denen eventuell Fragen auftauchen könnten.
Am Montag ging ich mit einem guten Gefühl zum letzten Schulungstag, denn ich hatte das Wochenende gemeistert und mir war klar geworden, dass ich keine Angst haben muss und ich das alles schaffen würde.
Das ist wirklich sehr mutig, dass du all deine Gedanken und Erfahrungen hier niederschreibst. Das macht sicher anderen auch sehr viel Mut. Ich wünsche dir nur das beste für die Zukunft :)
AntwortenLöschenLiebe Grüße :)
Measlychocolate by Patty